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Das Städtebesichtigungen nicht nur Spaß machen und informativ sind, sondern auch echt anstrengend sein können, wissen zumindest die Japaner und Chinesen nach ihren "Europa in einer Woche"-Touren. Doch auch eine ganz normale Berlinbesichtigung kann stressen.

Ein heißer Sommertag Anfang August, 10:00 Uhr. Erste Disziplin: Mit dem Auto den Weg ins Stadtzentrum finden und dort das Auto kostenlos parken. Der Teil war dank Atlas und etwas Orientierungssinn schnell gelöst. Der kostenlose Parkplatz fand sich vor der TU an der Straße des 17. Juni. Als kleine Unbewertete Zwischendisziplin folgte das Abladen der Fahrräder und das Verladen des Proviants und - ganz wichtig - der Getränke. Es folgte die erste kurze Fahrradstrecke zur Siegessäule.

Dort kam dann die schon etwas anstrengendere zweite Disziplin: Die Siegessäule zu besteigen. Dort gab es zwar in regelmäßigen Abständen Ruhebänke, aber die wurden nach oben hi immer schmaler (Der Erbauer hat die natürliche Auslese anscheinend schon vorausgesehen). Belohnt wurde die Mühe allerdings mit einem herrlichen Rundumblick über den Tiergarten. Weiter - immernoch mit dem Fahrrad - zum Bundestag. Dort folgte die dritte Disziplin: knapp zwei Stunden in der Sonne anstehen und dass an einem Wochentag. Dann das übliche Prozedere: Alle Taschen ausleeren, Taschen und Rucksäcke durchleuchten. Sie sahen zwar in meiner Federtasche ein Taschenmesser und eine Schere, wollten auch beides sehen, aber mit rein nehmen durfte ich es trotzdem. Dann folgte als etwas angenehmerer Teil der Rundblick über Berlin und der Aufstieg in die Glaskuppel.

Wieder unten ging es mit dem Rad weiter zum Brandenburger Tor, wo natürlich eine Baustelle war. Nachdem eine südamerikanische Weltjugendtagsdeligation in einer ohrenbetäubenden Lautstärke singend an uns vorbeigezogen war und wir den Pariser Platz in Augenschein genommen hatten, ging es weiter zum Potsdamer Platz. Einmal durch Sony-Center wandern. Dann weiter in die Potsdamer-Platz-Arcaden, um festzustellen, dass die ECE-Center wirklich überall gleich aussehen. Nach einem Eis ging es wieder zurück Richtung Spree.

Diesmal legten wir am Holocaust-Mahnmal eine Pause ein. Schlossen also die Räder an und begannen auf der Suche nach dem "Ort der Information" durch das Stelenfeld zu wandern. Nach dem wir sporadisch Notausgänge fanden, erblickten wir auf der gegenüberliegenden Seite auch dann endlich den Eingang. Auch hier standen zu unserer Verwunderung wieder Metalldedektoren. Diesmal gab ich meinen Rucksack lieber gleich ab. Die Metalldedektoren schienen ungleich empfindlicher zu sein, da sie bereits bei einer Fisherman's-Friend-Tüte anschlugen. Die sehr interessante, aber sehr zeitintensiv zu besichtigtende Ausstellung musste ich leider vorzeitig verlassen, da wir sonst den Dampfer nicht mehr geschafft hätten.

Also wieder auf die Räder und auf zur nächsten Disziplin: Dampferanlegestelle suchen. Nach einigen Fehlversuchen standen wir dann doch vorm Ableger der gesuchten Reederei, schlossen die Räder an und dannn auf zum entspannensten Teil des Tages. Gut eine Stunde Spree auf und wieder ab mit - zwar etwas trocken vorgetragenen - Erklärungen zu den Bauten zu beiden Seiten.

Der Rest ist eigentlich nicht weiter spannend: Am Spreeufer zum Auto zurückradeln, Räder wieder aufladen und - hierbei hakte es etwas - den Weg auf die richtige Autobahn wiederfinden.

Posted Fr 09 Sep 2005 21:26:00 CEST Tags: reise